„Vom Unkraut unter dem Weizen“

Apostel Helge Mutschler diente den Gemeinden Gifhorn, Wolfsburg, Fallersleben und Lehre mit dem Gleichnis vom guten Samen und dem Unkraut (Matthäus 13, 24 – 26). Im Rahmen des Festgottesdienstes erfolgten ausserdem die Ruhesetzung eines Diakons, eine Versiegelung, die Ordination eines Priesters sowie die Beauftragung von verschiedenen Verantwortlichen für die Unterichte und Musik mit Kinder.

In diesem Gleichnis geht es da­rum, dass ein Landwirt Weizenkörner aussät, damit er im Herbst schöne Ähren und Weizen hat. Als am Ende des Tages die Ausaat beendet ist, legen sich alle schlafen. Da kommt ein böser Feind, der diesem Landwirt offensichtlich nicht gut gesonnen ist, mit einer Tasche voller Unkrautsamen. Nachdem alles gewachsen ist, wird der Landwirt gefragt: „Was sollen wir tun? Sollen wir das Unkraut ausreißen?“ Der Land­wirt sagt: „Nein, denn dann würde die Gefahr bestehen, dass ihr den guten Weizen mit aus­reißt. Lasst beides mit­einander wachsen bis zur Ernte, und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen ‚Sammelt zuerst das Unkraut, bindet es in Bündel, damit man es ver­brenne.

Dem göttlichen Sämann Jesus Christus folgt immer jemand anderer mit seiner Tasche voller Unkrautsamen, den er dort hineinstreut, wo einmal etwas gut und schön ist. Auch mitten unter uns gibt es nicht nur Blumen, sondern Ehrsucht, Stolz und Egoismus. Es gibt es auch in unseren Kreisen, dass wir uns gegenseitig verurteilen, Ungutes sprechen, sogar lästern oder vielleicht lügen.

Was machen wir mit dem Bösen in der Welt und was machvomen wir mit dem Bösen in der Gemeinde? Und was machen wir mit dem Bösen in unserem Herzen? Wie sollen wir damit umgehen? Nun leben wir nicht mehr in einer perfekten Welt. Wir leben nicht mehr im Paradies. Wie sollen wir mit dem Unkraut jetzt umgehen?

Wir aus unserer menschlichen Kraft können das Böse gar nicht restlos bekämpfen und ausrotten. Das kann nur Jesus Christus selbst; denn er alleine hat den Tod überwunden.

Jesus ist gekommen, den Sünder zu erretten und nicht zu bestrafen. Lasst uns aufhören zu richten. Lasst uns lieber vor unserer eigenen Haustüre kehren und auf unsere eigene Sünde schauen. Wir benennen Sünde sehr klar und sagen: „Das ist nicht in Ordnung“. Und wir rufen zur Reue und zur Buße und zur Umkehr auf. Aber wenn wir die Sünde klar benennen, verurteilen wir nicht den Sünder.

Lasst uns doch auch auf die guten Dinge schauen. Es gibt so viel Gutes, so viele schöne Ent­wick­lun­gen in Gemeinden: wo Versöhnung sichtbar wird, wo man doch zum Frieden mitein­an­der kommt. Und auch ich kann Frucht tragen, auch mitten im Unkraut. Du hast das Potential, in der Gemeinde, auch wenn manches so von Unkraut überwuchert erscheint. Das Evangelium in der Verbindung zu Jesus Christus schenkt die Kraft zur Liebe auch mitten im Unkraut.

Im Rahmen des Festgottesdienstes erfolgten ausserdem eine Ruhesetzung eines Diakons, eine Versiegelung, die Ordination eines Priesters sowie die Beauftragung von verschiedenen Verantwortlichen für die Unterichte und Musik mit Kinder.