„Musik ist die Kunst in Tönen zu denken“ (Jules Combarieu)

Vom 6. bis zum 8. März 2014 fanden die Gifhorner Chortage statt und dies nun schon zum sechsten Mal. Circa 45 Sängerinnen und Sänger, die überwiegend aus dem Bezirk Braunschweig kamen, probten zweieinhalb Tage intensiv mit dem Dirigenten Wolf-Rüdiger Spieler Chorliteratur aus unterschiedlichen Epochen, um sie dann abschließend in einem Werkstattkonzert zu präsentieren.

Bestens gelaunt trafen wir uns am Donnerstagnachmittag zur ersten Probe. Wir freuten uns, viele „alte Hasen“ der Chortage wiederzusehen, entdeckten aber unter den Sängern auch etliche neue Gesichter. Alle blickten gespannt auf die kommende Zeit.

Zweieinhalb Tage singen, das mag für manchen nach ganz viel Mühe und Anstrengung klingen, aber wir hatten eine Riesenfreude daran! Das Wichtigste dabei ist, die Stimme ordentlich zu wecken; dazu gehören natürlich viele unterschiedliche Einsingübungen. Diese sind tatsächlich manchmal anstrengend, wer jedoch einmal erfahren hat, wie leicht man danach schöne Töne produzieren kann, möchte diese Phase nicht mehr missen.

Viele Stunden probten wir konzentriert die Stücke, die wir am Samstag vortragen wollten. Es war hilfreich, dass sich viele Sänger im Vorfeld intensiv mit den Noten beschäftigt hatten, sodass wir jeweils relativ zügig mit der Gestaltung der Musikstücke beginnen konnten. Wir übten mehrere Lieder aus unserem neuen Chorbuch sowie zwei Psalmenvertonungen von Louis Lewandowski. Außerdem bereiteten wir die Motette „Sehet, welch eine Liebe“ sowie die Psalmvertonung „Eins bitt ich vom Herrn“ von G. A. Homilius vor, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr in der Musikwelt gefeiert wird. Das modernste Stück war Alexander Därrs Vertonung von „Kein Wörtlein geht verloren“.

Auch dieses Mal empfanden viele Teilnehmer das Chorseminar als absolute Bereicherung. Es war eine Mischung aus Genuss, Anstrengung, Information und gutem Humor. Wolf-Rüdiger Spieler erklärte uns detailliert, welchen Sinn die Einsingübungen haben, warum die Kompositionen aus den unterschiedlichen Epochen auch verschieden gesungen werden müssen und inwiefern die Musik jeweils die Textaussage stützt. Er wurde auch nicht müde, uns in der Harmonielehre ein Stück weiterzubilden.

Und dann gab es ja auch noch die Pausen! Fleißige Hände sorgten dafür, dass immer wieder genügend Leckereien sowie warme und kalte Getränke bereitstanden. Wir hatten Gelegenheit, schöne Gespräche miteinander zu führen und uns (besser) kennenzulernen. Am Freitagabend trafen sich nach der Probe noch einige Sänger in geselliger Runde, um sich auf eine Riesenpizza einzulassen. All das trug zum Erhalt der überaus guten Stimmung (im doppelten Wortsinn) bei.

Samstag um 17.00 Uhr war es so weit. Obwohl die Sonne bei frühlingshaften Temperaturen vom Himmel lachte und zeitgleich viele durchaus interessante Veranstaltungen angeboten wurden, fanden sich doch erfreulich viele Zuhörer zum Konzert ein. Unmittelbar aus der intensiven Probenphase ins Konzert zu gehen, war in diesem Jahr neu und damit ungewohnt, aber wir Sänger empfanden dies letztendlich als positiv, weil wir gut eingesungen und konzentriert waren. Bereichert wurde das Konzert durch drei Orgelstücke unterschiedlichster Art, die von Stefan Kothner vorgetragen wurden.

Doch irgendwann war (leider) der letzte Ton verklungen und herzlicher Applaus gab uns das schöne Gefühl, die Zuhörer mit unserem Chorgesang erreicht zu haben. Die Anspannung fiel langsam ab und stattdessen setzte etwas Wehmut ein, da eine intensive schöne Zeit zu Ende ging. Wir hoffen, dass es auch weitere Gifhorner Chortage geben wird!

Text: O. F.; Fotos: F.D., H.S., S.H.