1. Gifhorner Religionsgipfel

Im Januar 2015 hatte die Gifhorner Rundschau (Lokalpresse) eine Serie über die mehr als zwei Dutzend Religionsgemeinschaften im Landkreis Gifhorn gestartet. Auch der Vorsteher der Gemeinde Gifhorn, Evangelist Eckstein, und drei Gemeindemitglieder erklärten sich gern bereit, über ihre Gemeinde und den neuapostolischen Glauben zu informieren. Höhepunkt dieser Serie war der 1. Gifhorner Religionsgipfel im Rittersaal des Gifhorner Schlosses.

Am 21.04.2015 war es soweit. Vor der mit Spannung erwarteten Podiumsdiskussion über religiöse Themen konnten sich die Besucher bei einem Rundgang über die vielfältigen Religionsgemeinschaften, die sich im Rittersaal und im Kaminzimmer präsentierten, informieren. Auch die Gemeinde Gifhorn nutzte die Möglichkeit, sich im Rahmen dieser Veranstaltung vorzustellen und die Fragen der zahlreich erschienenen Besucher zu beantworten.

Das Interesse an dieser ersten Religionsmesse war groß: Nach und nach füllte sich der Rittersaal und wir mussten uns beeilen, um noch einen Sitzplatz zu bekommen. Auf dem Podium waren Vertreter der Evangelisch-lutherischen und Katholischen Kirche, der muslimischen Ditib Gemeinde und der deutsch-brasilianischen Gemeinde Gifhorn.

Der musikalische Auftakt mit „Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte…“, einfühlsam vorgetragen von drei Jugendlichen (zwei Geigen mit Keyboardbegleitung), stimmte die Besucher auf die offene Diskussionsrunde ein. Chefredakteur und Moderator Armin Maus begrüßte die Teilnehmer und freute sich über das rege Interesse an dieser Veranstaltung. Nachdem sich die Podiumsteilnehmer vorgestellt hatten, wurde über Toleranz (erdulden, ertragen) gegenüber Andersgläubigen, die Frage nach Grenzen des Miteinanders, Flüchtlingsproblematik, Werteverfall usw. mit Einbeziehung des Publikums debattiert.

Moderator Armin Maus sprach über Ängste vor Überfremdung, Islamisierung, Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten. Viele Menschen – besonders in Großstädten – suchen nach Antworten in Situationen, wo die Angst geschürt wird. Wünschenswert sind (noch) mehr Akzeptanz und Respekt, das heißt, die Verschiedenartigkeit ernst zu nehmen und somit die Wertschätzung des Menschen in den Fokus zu stellen. Es sollte mehr miteinander als übereinander geredet werden, nur so komme man sich näher, war die Reaktion des Landessuperintendenten der Evangelisch-lutherischen Kirche!

Der Bau eines Integrationskindergartens in Gifhorn befindet sich in der Planungsphase. Dadurch würde das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen zusätzlich gefördert.

Nach der gelungenen „Premiere“ des 1. Gifhorner Religionsgipfels versprach Chefredakteur Armin Maus den Besuchern eine Fortsetzung, denn nach 1 folgt 2!

Fazit: Das Bestreben der Religionsgemeinschaften, trotz der Verschiedenartigkeit zu einem friedlichen Zusammenleben hier in der Region beizutragen, ist eine gute Basis, auf der sich weiter aufbauen lässt.

Es freut uns, dass wir an diesem Abend einige interessante Kontakte knüpfen konnten und wir hoffen, dass daraus auch konkrete „Begegnungen“ entstehen.

Text: sis, Fotos: H.S.